Zusammengerollt wie eine feine Uhrfeder liegt der Rüssel dieses Falters unter dem Kopf, bereit, sich für den nächsten Schluck Nektar zu entrollen.
Vor der Kamera lag ein Exemplar von Proteides moeros, einem Dickkopffalter aus der Familie der Hesperiidae. Unter diesem Namen wurde die Art 1877 von Möschler erstmals beschrieben. Heute führt die Systematik sie als Moeros moeros.

Dickkopffalter tragen ihren Namen zu Recht.
Ihr Kopf ist breit, die Augen groß, der Körper gedrungen. Viele Arten dieser Familie besitzen einen auffallend langen Rüssel, mit dem sie Nektar tief aus den Blüten holen. Moeros moeros stammt aus dem nördlichen Südamerika, aus Surinam und Trinidad.

Erst in der digitalen Vergrößerung zeigt sich, wie fein dieser Kopf gebaut ist.
Jede Schuppe an den Tastern ist einzeln zu erkennen, die eingerollte Spirale des Rüssels bleibt bis in die feinste Windung scharf. Was das bloße Auge kaum erfasst, wird als Bild zu einer Landschaft aus Textur und Struktur.
Für Eran Wolff, Fotograf im Digitalisierungsteam von ELIO, lag die eigentliche Schwierigkeit genau dort:
„Bei diesem Falter lag die Schwierigkeit im eingerollten Rüssel. Ich wollte, dass die feine Spirale und die Schuppen ringsum scharf bleiben, ohne dass die Tiefe verloren geht.“
So verbindet ein einziges Digitalisat zwei Zeitebenen, die historische Bestimmung und die heutige Sicht auf das Tier, festgehalten in einer Auflösung, die Forschenden weltweit zur Verfügung stehen kann.
Welches Detail würdet ihr an diesem Falter genauer sehen wollen?
Mehr aus der Serie DoD Insight: Ein Fossil, das seit über 130 Jahren eine ganze Art definiert. und Zwei Bilder. Ein Tier.
📷 Sammlung Entomologie, Ordnung Lepidoptera, Museum für Naturkunde Berlin. Proteides moeros (heute Moeros moeros). Fotografiert von Eran Wolff an der Europastation mit Sony 7R3 und Canon 65 mm Objektiv bei 5-facher Vergrößerung. Jede Ansicht besteht aus rund 50 gestackten Aufnahmen.