Auf den ersten Blick wirkt dieser Käfer wie ein Stück gemasertes Holz. Das ist kein Zufall, denn seine Zeichnung aus hellbrauner und dunkler Behaarung lässt ihn auf Rinde nahezu verschwinden.
Vor der Kamera lag ein Bockkäfer der Gattung Gnathoenia aus der Unterfamilie der Lamiinae. Die Art ist nicht bestimmt, das Etikett führt ihn als Gnathoenia sp. Die Gattung ist in West- und Zentralafrika verbreitet.

Die langen Fühler sind das Markenzeichen dieser Käferfamilie.
Bockkäfer verdanken ihren Namen den langen Fühlern, die sie wie zwei Hörner nach vorn tragen und die bei vielen Arten die Körperlänge übertreffen. Auch bei diesem Exemplar reichen sie weit über den rund zwölf Millimeter langen Körper hinaus.

Erst in der Vergrößerung wird die Feinstruktur sichtbar.
Die Flügeldecken sind an der Basis grob gekörnt und tragen ein Muster aus heller Grundbehaarung und einer scharf abgesetzten dunklen Binde, jedes Haar einzeln erkennbar.

Für Eran Wolff, Fotograf im Digitalisierungsteam von ELIO, lag die eigentliche Herausforderung an einer anderen Stelle:
„Bei diesem Bockkäfer ging es vor allem um die langen Fühler. Ich musste sie so ausrichten, dass sie bis in die Spitzen scharf bleiben und trotzdem ganz ins Bild passen.“
Fotografiert wurde das Tier an der Europastation, jede Ansicht besteht aus rund 50 gestackten Aufnahmen. So bleibt ein unscheinbarer Käfer, dessen Art noch auf ihre Bestimmung wartet, in hoher Auflösung erhalten und steht Forschenden weltweit zur Verfügung.

Hättet ihr diesen Käfer auf einer Rinde entdeckt?
Mehr aus der Serie DoD Insight: Das gehört nicht zufällig unter diesen Käfer und Zwei Bilder. Ein Tier.
📷 Ordnung Coleoptera, Sammlung Coleoptera und Strepsiptera, Museum für Naturkunde Berlin. Fotos: Eran Wolff.